Wenn du dir diese Frage schon einmal gestellt hast, dann ist dieser Artikel genau richtig für dich. Lieselotte und ich berichten über die Erfahrungen unserer beiden Austauschschülerinnen in Deutschland. Am 3. und 10. Januar sind die beiden in Greifswald angekommen. Sie heißen Mariapaz und Blanca.
Bevor sie angekommen sind mussten wir uns natürlich vorbereiten, indem wir ein Zimmer einrichteten, sie an der Schule anmeldeten und sie schließlich vom Bahnhof abholten. Dank der Agentur Globalmente Chile, die sich auf den Schüleraustausch zwischen Deutschland und Chile spezialisiert, war das ganze Organisatorische sehr schnell und einfach fertig. Lieselotte und ich (Isabella) haben die Austauschagentur über unseren Spanisch-Unterricht entdeckt. Anfang Oktober 2025 meldeten wir uns für den Austausch an, indem wir ein Video einschickten. Wir stellten uns vor und bekamen innerhalb von kurzer Zeit Vorschläge für Schülern oder Schülerinnen. Das Geschlecht konnten wir uns vorher auswählen. Uns sind die beiden natürlich gleich aufgefallen und bereits in vier Monaten waren sie auch schon bei uns.


Als sie in Deutschland ankamen, waren sie natürlich sehr beeindruckt, von dem Schnee, den Gebäuden, den Bäckereien, den großen Leuten und dass man hier keinen Smalltalk führt. Selbstverständlich gibt es viele Unterschiede zwischen Deutschland und Chile, hier sind ein paar sehr prägende:
Feuerwerk in Chile ist verboten, also war Mariapaz, als sie zu Silvester in Deutschland war, sehr geschockt, aber auch fasziniert. Man begrüßt sich in Chile mit “besos”, das bedeutet auf Deutsch „Kuss“. Man umarmt sich und gibt einen seitlichen Kuss auf die Wange. Rossmann und DM gibt es nicht in Chile, Drogerieprodukte werden in Supermärkten und Apotheken verkauft. Auch bei den Essenzeiten gibt es Unterschiede, in Chile ist die wichtigste Mahlzeit das Mittag und man isst Abendbrot auch später als in Deutschland. Mariapaz und Blanca ist auch aufgefallen, dass die Kinder hier in Deutschland sehr selbstständig sind, zum Beispiel alleine zur Schule mit dem Bus oder dem Fahrrad zur Schule fahren.
In der Schule ist es für die beiden fast genauso, wie in Chile. Nur, dass hier die Pausen weniger, aber länger sind. Schuluniformen gibt es bei uns auch nicht. Die Austauschschülerinnen denken jedoch, dass eine Uniform es leichter macht, sich morgen anzuziehen. Außerdem darf man hier nicht im Unterricht essen.
Eine Sache die ihnen hier am meisten gefällt, ist der Schnee, denn beide leben in Teilen von Chile, in denen es nicht wirklich schneit. Sie mögen auch, dass die Häuser hier warm und nicht so groß sind. Außerdem sind die Leute sehr freundlich zu ihnen.
Aber natürlich gibt es auch Nachteile, wie zum Beispiel das frühe Aufstehen oder, dass die Menschen hier nicht so kontaktfreudig sind. Die Busfahrten sind hier auch sehr leise und es wird selten laut im Bus geredet.

Im Großen und Ganzen hatten die beiden, trotz der kulturellen Unterschiede, sehr viel Spaß in Deutschland und Lieselotte und ich freuen uns sehr, im Sommer nach Chile zu reisen. Unsere Erfahrung mit dem Schüleraustausch war bisher sehr angenehm und nichts ist schief gegangen, außer Verspätungen der Deutschen Bahn…
Wenn ihr schon einmal überlegt habt, einen Schüleraustausch zu machen, kann ich es euch sehr empfehlen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis wert und diese Chance bekommt man nicht so oft im Leben. Wir raten euch diese Erfahrung mitzunehmen.
