Wem gehört MV? – Ein Interview mit Christoph Eder

MV im Sommer ist voll von ihnen, sie sind überall und kommen aus allen Teilen der Republik. Richtig, Touristen. Doch wie viele Touristen kommen zu uns nach Mecklenburg Vorpommern, und kann es zu viele geben? Im Jahr 2022 waren es 7,4 Millionen Gäste, dazu kommen 31,8 Millionen Übernachtungen. Kommen wir an unsere Belastungen, und wer verdient wirklich am Tourismus? Inwieweit können die Bürger und Einheimischen entscheiden wer hier Urlaub macht? Christoph Eder, in Göhren auf Rügen aufgewachsen, hat einen Film dazu gemacht und wir haben ihn interviewt. In seinem Film „Wem gehört mein Dorf“ erzählt Christoph Eder von der Gemeinde Göhren, die sich mehr und mehr dem Einfluss von Tourismus-Investitionen ausgesetzt sieht, die drohen die Gemeinde zu spalten. Der Dokumentarfilm verfolgt den Prozess zur Bürgermeisterwahl 2019, in dem sich die Dörfler für Göhren als Tourismus-Gemeinde oder als stillen Ort an der Ostsee entscheiden.

KOBOLDT: Hi, wir sind Vincent und Konrad von der Schülerzeitung der Koboldt und heute interviewen wir Christoph Eder. Er hat einen Film gemacht über unsere Heimat, Mecklenburg-Vorpommern. Die Doku beschäftigt sich auch viel mit unserer Heimat: Was ist unsere Heimat? Und wie behalten wir sie? Aber ich glaube am besten beschreiben kann das Christoph Eder natürlich selber. Also Christoph,  wie würdest du deinen Film in einem Satz beschreiben?

EDER: Das ist immer schwierig, aber im Prinzip ist es eine Geschichte über die Frage nach Partizipation und  Demokratie in einem kleinen Dorf an der Ostsee.

KOBOLDT: Sehr interessant, den Punkt werden wir später auf jeden Fall nochmal aufgreifen. Ich habe jetzt eine etwas persönliche Frage an dich: Und zwar, im Film wurde das leicht angesprochen. Gab es einen bestimmten Moment, wo du dein Dorf einfach nicht mehr erkannt hast, als das Göhren, in dem du groß geworden bist?

EDER: Ich weiß nicht, ob es einen Moment gab, als ich es nicht mehr erkannt habe, aber es gab einen Schlüsselmoment, der auch dazu geführt hat, dass ich diesen Film gedreht habe. Das ist auch schon fast 10 Jahre her, 2013 im November, muss das gewesen sein, als ich um 19 Uhr in der Hauptstraße in Göhren stand und mich umgeschaut habe. Und in all diesen Häusern, diesen weißen Bäderearchitektur-Häusern, die da stehen, einfach kein Licht brannte. Das fand ich total komisch. Im Sommer ist es natürlich ein Ort, der total belebt ist, wo sehr, sehr viel los ist, viel Tourismus und im Winter da so zu stehen, das war meiner Jugend eben nicht so. Zu merken, es ist einfach hier gar nichts mehr los, hier findet kein Leben mehr statt. Ich glaube, das war so ein einschneidender Moment.

KOBOLDT: In deinem Film hast du für diesen Ausverkauf deiner Heimat, den du und viele Andere in Göhren nicht mehr als etwas Positives wahrgenommen hast, unter anderem die „Vier von der Stange“ genannt. Und da hat uns vor allem beim Schauen des Filmes interessiert, wie konnten sich diese vier Männer, die, so kam es uns beim schauen vor, offensichtlich korrupt oder inkompetent waren, solange die Mehrheit im Gemeinderat haben?

EDER: Naja, da muss man auch ein bisschen vorsichtig sein. Also inkompetent kann man sagen, korrupt nicht. Und das erzählen wir ja auch nicht so im Film. Ich habe die Vermutung oder, sagen wir mal so, aus der Geschichte heraus muss man ja mit daran denken, dass es 1989 einen sehr großen Umbruch gab. Damals war jeder in Ostdeutschland erstmal froh, dass dort wirtschaftlich was passierte und diese Orte an der Ostsee wie Göhren oder wie Binz, die haben natürlich total profitiert. Das war in Göhren auch so und das war erstmal gut. Es gibt diese Aufnahme von einem Freund unserer Familie, wo man Göhren damals sieht. Da standen auf einmal so sieben Kräne in diesem 1300er-Einwohner Dorf.
Hauptsächlich aber, wurden Hotels und Ferienwohnungen gebaut. Und das, glaube ich, war erstmal was Gutes. Und das haben dann auch die sogenannten „Vier-von-der-Stange“ mitgestaltet als Gemeindebeiräte.
Irgendwann ist das aber gekippt, ich sag mal, so in den Nullerjahren und etwas später. Ich glaube auch das war der erste Zeitpunkt, wo sich die Leute damit auch auseinandersetzen konnten. Wo vielleicht so die Umbruchzeit ein bisschen vorbei war. Wo dann  klar wurde, wer von diesen ganzen Investitionen hauptsächlich profitiert. Das waren dann aber eben nicht die Einheimischen…. Beziehungsweise gab es, sage ich mal, Entscheidungen, die ganz klar auch im Interesse von Einzelpersonen entschieden wurden. Das war dann der Punkt, wo die Leute stutzig und geworden sind und sich dann auch gewehrt haben. Das erzählen wir ja auch, aber der Weg dorthin ist eben ein langer…

KOBOLDT: Da würde ich gerne noch einmal nachfragen. In deinem Film gab es ja das Beispiel eines Parkhauses, das die Gemeinde an einen privaten Investor verpachtete, wobei die Pachtgebühr deutlich niedriger war, als dass was die Gemeinde vormals eingenommen hatte. Das kam uns beim Schauen als eine so schlechte Entscheidung vor, dass wir sie uns nur durch extreme Inkompetenz oder eben Korruption erklären konnten…

EDER: Ich weiß welchen Vertrag, ihr da ansprecht. Das ist ja einer, der auch mittlerweile nachweislich, nicht zum Vorteil der Gemeinde abgeschlossen wurde. Wenn man 80.000 Euro durch eine Parkfläche einnimmt und sie dann für 25.000 im Jahr, für 80 Jahre lang an einen Investor abgibt, rechnet sich das natürlich nicht.
Dieses Parkhaus wurde ja genau in der Zeit auch fertig, als wir gedreht haben. Also das war einfach ein Symbol dafür, was schief läuft. Auch weil es am Ende, sag ich mal so, und viele Andere sagen das auch, nicht sonderlich schön aussah. Da gab es vorher Wettbewerbe, es wurde mal gesagt, es wird ein Holzparkhaus, usw. Und am Ende steht dort so ein Klotz, der aus meiner Sicht ästhetisch ausbaufähig ist. Und ich glaube, das hat dann auch bildlich, noch einmal alles gezeigt.

KOBOLDT: Du hattest bereits angesprochen, dass der Film sich auch ein wenig mit kommunaler Demokratie auseinandersetzt. Denkst du, dass das, was in Göhren passiert ist, im Westen nicht passiert wäre, weil es dort schon quasi ein besseres Verständnis von bzw. mehr Erfahrung mit Demokratie gibt und die Anwohner deshalb eher Einfluss nehmen würden?

EDER: Das ist natürlich eine Vermutung, aber ich denke schon, dass die Leute gerade in den  Nullerjahren viel mit anderen Dingen beschäftigt waren. Wenn ich an meine Eltern zum Beispiel denke… Also es gab einfach Umbrüche, es gab viel Arbeitslosigkeit zwischendurch. Es gab natürlich aber auch die Leute, die es schon relativ früh gecheckt haben, welches Gold da eben im Beton verborgen liegt.
Ich war ja viel unterwegs mit dem Film. Ich war in über 50 Städten in Deutschland, sowohl in West- wie auch in Ostdeutschland. Da hatte ich schon das Gefühl, dass in Westdeutschland mehr und früher etwas unternommen worden wäre. Also ja, das ist natürlich die gegebene Vermutung. Klar!

KOBOLDT: Dann vielleicht mal weg vom Thema. Der Film hat ja sozusagen mit einem „Happy Ending“ geendet: Der neue Gemeinderat hat gewonnen. Und da interessiert uns natürlich, wie sieht Göhren jetzt aus? Wie hat er [der neue Gemeinderat] sich eingearbeitet? Gab es neue Bauprojekte oder wurden Bauprojekte abgebrochen? Und ist die Situation allgemein besser oder anders geworden?

EDER: Das Absurde ist ja, dass diese Wahl, die wir gedreht haben, 2019 war, und das nächste Jahr schon wieder Wahlen sind. Also diese Laufzeit ist schon fast vorbei. Aus meiner Sicht hat man schon gemerkt, dass dort ein anderer Wind weht. Das versucht wird auch die Bürgerinnen und Bürger mehr einzubeziehen. Das auch versucht wurde, einen weiteren Ausbau, gerade in Bereiche, die bisher noch nicht gebaut waren, zu stoppen. Wo dann aber massiver Gegenwind der Investoren kam, die dort schon durch den alten Gemeinberat Gelegenheit bekommen hatten. Also, ein Beispiel: Es soll ein sogenanntes Gesundheitszentrum entstehen, dass das größte Gebäude auf diesem Teil Rügens werden würde, wenn es umgesetzt wird. Einige Leute vermuten aber, dass das eben kein Gesundheitszentrum, sondern vielleicht doch wieder Hotel ein wird. Das konnte auch der neue Gemeinberat nicht stoppen, obwohl die Mehrheit dagegen war, weil es schon vom alten Gemeinderat beschlossen wurde. Ansonsten nehme ich wahr, dass mit sehr harten Bandagen um die Deutungshoheit und um das eigene Narrativ gekämpft wird. Also, das gesagt wird, der neue Gemeinderat würde ja zum Beispiel die Gewerbetreibenden nicht so richtig mit einbeziehen. Oder, dass die, die vielleicht auch vorher dort die Mehrheit hatten, ganz klar sagen, Göhren sei nicht auf einem guten Weg.
Aber es gibt auch positives Feedback. Unsere Kulturbeauftragte Nadine Förster wurde zu Frau des Jahres in MV letztes Jahr, also 2022, gewählt, aufgrund ihres politischen Engagements.

KOBOLDT: Es gibt bald wieder eine neue Wahl, treten da „Die vier von der Stange“ wieder an? Wie ist die Stimmung im Dorf, lässt sich da eine Spaltung im Dorf beobachten?

EDER: Nun, um die erste Frage zu beantworten, die neue Wahl steht an. Und ehrlich gesagt habe ich irgendwann aufgehört, mich da so explizit mit zu beschäftigen. Ich habe mich fünf Jahre für den Film damit beschäftigt und irgendwann war dieser dann fertig. Aktuell bin ich da nicht mehr so drin, wie in der Zeit, wo ich den Film gemacht habe.
Eine Spaltung  war vor allem als der Film rauskam zu beobachten. Das hat sich auch ganz gut gezeigt bei der Premiere in Gören, wo sehr emotional kommentiert und geklatscht wurde während des Films, aber auch diskutiert wurde nach dem Film. Und ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Ich denke, das hängt auch ein bisschen davon ab, wer sich jetzt genau zur Wahl aufstellt und wer letztendlich auch gewählt wird.
Aber ich würde schon sagen, leider, dass der Film dazu geführt hat. Ich hatte gehofft, dass der Ort wieder zusammenwächst. Stand jetzt hat es eher noch für mehr Kontroverse gesorgt. Aber das ist natürlich auch klar.

KOBOLDT: Würdest du sagen, dass der Film zu mehr demokratischem Interesse in Gören gesorgt hat? Und allgemein die Wahl auch?

EDER: Das weiß ich nicht ob in Göhren speziell. Also der Film hat generell offensichtlich dafür gesorgt, dass Leute sich motiviert fühlen, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Also unter anderem wurde eine rügenweite Bürgerinziative danach gegründet, nachdem der Film fertig war. Die mir gesagt haben, dass das auch ein großer Grund dafür war, dass sie es machen. Der Film würde auch ganz woanders, außerhalb von Görans in ganz Deutschland für politische Bildung genutzt.
Und auch da nehme ich immer wieder wahr, in Gesprächen mit den Zuschauerinnen und Zuschauer, dass sie sagen, ja, ich fühle mich motiviert, mich dort zu engagieren. Also das ist, ob das jetzt in Göhren konkret, also dieser Impuls, das zu machen, der war ja schon vor dem Film da. Das ist ja genau das, was wir auch beobachtet haben und zeigen wollten. Deswegen, also weiß ich nicht,

KOBOLDT: Man hat jetzt gemerkt, dass der Film eindeutig für Demokratie – für kommunale Demokratie ist. Aber ist das auch ein Film gegen etwas? Ist es ein Film gegen Kapitalismus oder gegen Massentourismus?

EDER: Wir lassen ja vor allem unsere Protagonisten sprechen. Da gibt es Stimmen, die sagen, wir müssen schauen, dass das Rad nicht überdreht wird. Die Infrastruktur ist hier mit dem derzeitigen Tourismus so ausgelastet, dass es nicht mehr geben sollte. Das ist eine Stimme und die hat sicherlich ihre Berechtigung. Und auch ich persönlich sehe das so, dass man da sehr genau aufpassen muss bei. Man muss aufpassen, auf die Mieten, dass die sich die Leute vor Ort leisten können, weil die Jobs relativ schlecht bezahlt sind und so weiter. Man muss eben genau hinschauen.
Das ist jetzt auch kein Film gegen Kapitalismus. weil was man auch beobachten kann, ist der Investor, der dort vorgeht mit seinen Anwälten, sehr geschickt. Die allermeiste Zeit gingen die in einem Rahmen, der ihnen durch Politik und Gesetze vorgegeben wurde vor. Man muss halt Rahmenbedingungen schaffen und Entscheidungen treffen, die sowas wie einen Vertrag, wo eine Gemeinde ganz klar nicht von profitiert, nicht mehr wirklich erlauben. Ich glaube, das ist ein wichtiger Faktor .

KOBOLDT: Und uns interessiert auch noch so ein bisschen der Tourismus dahinter, bist du bekannt mit dem Begriff Gatekeeping? Das ist diese generelle Ablehnung gegen neue Leute, vielleicht auch gegen Touristen oder Massentourismus, auch so eine Form von Gatekeeping sein könnte. Man verwehrt den Touristen Göhren aus selbstgefälligen Gründen und ist deswegen gegen Ferienwohnungen und neue Hotels.

EDER: Ich kann verstehen, wenn man das in Teilen so wahrnimmt, aufgrund der Tatsache, wie manchmal kommuniziert wird.
Aber grundsätzlich ist es so, das wissen auch alle auf Rügen, dass Rügen den Tourismus braucht. Die Diskussion um das LNG Terminal, das vor Rügen  geplant ist, hat das jetzt nochmal ins Gedächtnis gerufen. Alle haben Angst, dass der Tourismus damit irgendwie nicht mehr vonstatten geht, wenn dort zum Beispiel eine Katastrophe passiert. Es ist, glaube ich, allen klar, dass der Tourismus der einzige Wirtschaftszweig ist, der dort  prosperierend funktioniert. Aber dieses Gastgeberinnen und Gastgeber sein und mit diesen Effekten auch leben, das ist glaube ich ein anderes Thema. Das hängt aber auch wieder zusammen, wie sehr spüren denn die Leute, die Teil davon sind, und die Menschen, die dort wohnen, wenn sie zum Beispiel Probleme haben, ihre Miete zu bezahlen.
Aber ich muss auch sagen, ich habe natürlich das Gefühl, es gibt auf jeden Fall Regionen, in denen bessere Gastgeberinnen und Gastgeber wohnen, als jetzt in Mecklenburg Vorpommern vielleicht hängt, das auch mit dieser nordischen Art zusammen.

KOBOLDT: Alles klar, das ist jetzt ein bisschen weiter rausgegriffen, aber wenn man so einen Dokumentarfilm dreht, dann kommt man, wie du bereits gesagt hast, mit vielen Leuten in Kontakt. Du hast etwas von 50 Städten in ganz Deutschland gesagt. Was hat dieser Film an deiner eigenen Perspektive geändert?

EDER: Ich bin aus so einem Gefühl heraus gestartet, so ein ganz starkes Gefühl, dass hier irgendwas passiert, was in eine falsche Richtung geht. Was auch  mit ganz großen Themen in unserer Gesellschaft zu tun hat. Und ich habe auf jeden Fall auch da gelernt, dass Dinge nicht schwarz-weiß sind. Sondern es gibt ganz oft Grautöne dazwischen und jeder, in der Doku handelt, aus der eigenen Überzeugung heraus das Richtige zu tun. Oder zumindest formulieren sie es so. Und damit umzugehen, ich glaube, das war nicht so einfach, aber das habe ich mitgenommen. Also die Leute, die es machen, halten es in der Regel selbst für richtig, auch wenn man es aus der eigenen Perspektive vielleicht nicht versteht.

KOBOLDT: Also eine gewisse Toleranz auch für alle würdest du sagen oder für verschiedene Meinungen, die nicht sehr schwarz-weiß waren, die davor sehr einseitig waren?

EDER: Ja, Toleranz, das kommt drauf an. Ich glaube einfach, es ist wichtig, wirklich genau hinzuschauen und eine Haltung zu entwickeln dazu sich mit möglichst vielen Informationen auf eine breite Basis zu stellen. Das klingt jetzt ein bisschen theoretisch, aber ich glaube, dass es total wichtig ist, so vor zu gehen. Weil ist es eben am Ende, ist dieses Narrativ, böser Investor, das wird ja auch oftmals bedient und auch in der Doku, ist das ja auch Thema, ne? Aber auch außerhalb von Göhren, wenn man in dieses Thema schaut, gibt es ja ganz viele Grautöne. Ich glaube, das haben wir versucht zu zeigen auch um klar zu machen, dass es nicht nur schwarz-weiß gibt.

KOBOLDT: Ok, und jetzt ein bisschen praktisch, würdest du sagen, dass du ein bisschen Verständnis für die Gegenseite – für „Die vier von der Stange“ hast?

EDER: Was heißt Verständnis? Verständnis der Position? Es ist total schwer. Ich weiß ja nicht, wenn jetzt Leute, die den Film noch nicht gesehen haben, die wissen ja gar nicht so konkret, worüber wir reden. Aber  letztendlich war es und wichtig, die verschiedenen Perspektiven einzufangen. Also sowohl die Perspektive der Bürgerinitiative, die sich dort gründet hat, als auch die Perspektive der Vier von Stange. Was wir versucht haben, ist das in einen Kontext zu packen und den Zuschauerinnen und Zuschauern zu überbringen. Der Film erzählt auch aus meiner Sicht erzählt, aber soll den Zuschauerinnen und Zuschauern den Raum geben, darüber entscheiden zu können, was sie jetzt für richtig oder falsch halten.

KOBOLDT: Hat sich deine Meinung nachhaltig über den Film geändert, beziehungsweise gibt es etwas was du dem Film hinzufügen willst?

EDER: Ich habe viel darüber nachgedacht aus der heutigen Perspektive. Den Film wahrscheinlich genauso wieder machen. Hinzufügen? Ich höre den Wunsch nach einem zweiten Teil ganz oft. Die Leute wollen wissen, wie es weitergeht. Der Film endet als der neue Gemeinderat startet, und die Arbeit im Gemeinderat ist natürlich sehr hart. Es ist sehr wichtig, dass sich Leute gerade kommunalpolitisch einsetzten. Aber es ist auch einfach wirklich kein einfacher Job, den die Leute in ihrer Freizeit machen müssen. Ich werde keinen zweiten teil drehen, stand jetzt. Wer weiß ob es in zehn Jahren mich selbst als Bürgermeister zur Wahl stelle, das weiß man ja nie.


Seit Christophs Film, ist Göhren die erste Gemeinde in MV, die ein Lebensraum Konzept umsetzt, alle neue Wohnungen sollen als Miet- und nicht Ferienwohnungen gebaut und betrieben werden.
Doch die Zukunft, des Ortes ist ungewiss, so lange jedoch die Bewohner die Dinge selber in die Hand nehmen, können sie mit Zuversicht nach vorne blicken.
Das ist eine bewundernswerte Sache und wir Koboldte unterstützen die Gemeinde.

Konrad Engel und Vincent Zick

Beitragsbild wurde erstellt mit bing.com/create, die Koboldt-Illustration ist von Fine Wolf

Konrad Engel

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