Geschrieben von Wilma, 8A
Teil 1: Der Regisseur hinter dem Schauspieler
Arnim Beutel, Regisseur des Theaterstückes “Bilder deiner großen Liebe”, spricht über seinen Werdegang.
Arnim Beutel, freier Regisseur und Schauspieler, zeigte bereits im Kindesalter Interesse am Theater und blickte durch Bekanntschaften seiner Eltern auch schon früh hinter die Kulissen einiger „Theaterberufe“.
Mit siebzehn Jahren nutzte er dann die Chance, erstmals mit seiner Klasse beim „Fest der jungen Talente“ ein Stück von Bertolt Brecht zu inszenieren, in dem er sich direkt die Hauptrolle zuwies. Selbstbewusst, aber zurecht, denn dies war nicht die letzte Hauptrolle, die Arnim bekommen würde.
Trotzdem war sein geplanter Weg zunächst, Lehrer zu werden, denn die Hochachtung vor Schauspielerinnen und Schauspielern sowie die Frage, ob er selbst genug Talent hätte, waren groß. Doch als Arnim direkt beim ersten Versuch eine positive Rückmeldung der „Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch“ in Berlin erhielt, begann er dort sein Studium. „Ja, das war gar nicht so einfach, auch mit der Kritik umzugehen“, lauten seine Worte als Beschreibung für das Studium. Trotzdem absolvierte er es, denn danach ging es für Arnim für zwei Jahre ans Theater nach Ulm.
Nachdem er acht Jahre in Berlin gespielt hatte, ist er seit 2001 als freier Schauspieler tätig und reist auch international, um auf der Bühne stehen zu können. Seit 2009 inszeniert er zusätzlich als freier Regisseur in Städten wie beispielsweise Berlin, Freiberg und auch Greifswald. Wenn man sich seinen Werdegang einmal anschaut, versteht man also auch, warum er sich selbst eigentlich mehr als Schauspieler sieht.
Doch auch als Regisseur macht sich Arnim sehr gut, denn für ihn ist es bei seinem Job als „Leiter“ besonders wichtig, für Schauspielerinnen und Schauspieler sowie alle Anwesenden bei den (Konzeptions-)Proben eine harmonische und geschützte Atmosphäre zu schaffen, in der jeder seine Ideen und sein volles Potenzial zum Vorschein bringen kann.

An Paulas Rolle der Isa fasziniert ihn besonders die Furchtlosigkeit und die Neugier bei jeder Begegnung sowie die Offenheit, mit der sie jedem Geschöpf gegenübertritt.
Passend zum Ende des Interviews sprach ich mit Arnim über das letzte Kapitel („Ende“) des unvollendeten Romans „Bilder deiner großen Liebe“ und fragte ihn nach seiner Interpretation. Ähnlich wie ich sieht er den Schluss eher hoffnungsvoll und bringt zusätzlich den immer wiederkehrenden Zeitbegriff sowie die Vorstellung, das Zurückfallen der Waffe in den Lauf als ein Zurückspulen der Zeit anzusehen, mit ins Gespräch.
„Sie hat ihren Ort noch nicht gefunden, doch ganz sicher einen Ort in sich entdeckt, zudem sie zurückkehren kann.“

Teil 2: Der Karriereweg bis hin zur Isa
Paula Dieckmann spielt die Hauptrolle „Isa“ im Theaterstück „Bilder deiner großen Liebe“.
„Ich bin eher aus Zufall auf den Beruf gestoßen“, erzählt mir die Schauspielerin Paula Dieckmann. Eigentlich war ursprünglich ein Studium der Sozialen Arbeit geplant. Doch nachdem ihr FSJ in Kolumbien nicht in einer sozialen Einrichtung, sondern in einer Theaterkompanie stattfindet, verändert sich einiges für sie.
Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelt Paula schon früh: Bereits als Achtjährige hilft sie ihrer Mutter beim Puppenspiel aus. Gerade deshalb dachte sie lange, dass sie später selbst niemals auf der Bühne stehen wolle. Dieser Gedanke verfliegt jedoch schnell, als sie während ihres freiwilligen sozialen Jahres in der Hauptstadt Kolumbiens zufällig als Schauspielerin einspringen muss. Offenbar merkt Paula schnell, wie viel Spaß ihr das Schauspielern macht, denn sie bleibt nicht nur ein, sondern gleich zwei Jahre dort und arbeitet als spontane Schauspielerin.
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland beginnt sie zunächst das geplante Studium, merkt jedoch schnell, dass ihr die Bühne fehlt. Also bricht sie das Studium ab und beginnt ein neues an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Im Rahmen ihres Studiums verbringt Paula anschließend zwei Jahre am Theater in Halle an der Saale, bevor ihr Weg schließlich ins nördlich gelegene Greifswald führt.
Nebenbei baute sie jedoch an allen großen Stationen ihrer Karriere – so auch hier in Greifswald – gemeinsam mit Freunden und Theaterkollegen eigene Kollektive auf. Mit diesen inszenierte sie bereits viele Sonderauftritte und Straßenshows, unter anderem in Städten wie Berlin.

Zu unserem Roman und Theaterstück „Bilder deiner großen Liebe“ erzählt Paula mir, wie gerne sie das Buch gelesen hat und dass es ihr besonders wichtig sei, Isas lebhaften und ständig schwankenden Emotionen Raum auf der Bühne zu geben. Besonders liebt Paula die vielen verschiedenen Facetten der Figur: wie intensiv Isa ihre Gefühle lebt und zeigt, ihre Offenheit gegenüber jedem und allem, ihre Unberechenbarkeit, ihre besondere Sicht auf die Welt und auch ihre sprunghaften, aber dennoch vielsagenden Gedanken.

Beitragsbild von Peter van Heesen, Theater Vorpommern
Illustration von Wilma, 8A
