Posie überströmt unser Humboldtgymnasium

Von Isabel, Maureen und Felix

0
134

Von Isabel, Maureen und Felix

„Niemand allein schafft, unsere Gemeinschaft“, dies sind die Worte aus einem Poetry Slam von Bas Böttcher. Zum 30-jährigen Jubiläum des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums trat er in unserer Schule vor den Klassen 9 bis 12 auf. Mit Slams wie beispielsweise „Von Wegen“ oder „Doppelte Wörter“ unterhielt er sein Publikum, das Gedichte meist nur aus dem Deutschunterricht kennt. Für alle, die nicht wissen, wer Bas Böttcher genau ist: Er ist seit den 90er Jahren ein sehr bekannter Poetry Slammer, welcher unter anderem die ersten deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften gewann.

Aber was genau sind Poetry Slams eigentlich? Ein Poetry Slam ist ein literarischer Wettkampf, bei dem verschiedene Slammer mit selbstverfassten Texten gegeneinander antreten. Das Publikum und die Jury bestimmen am Ende durch ihren Applaus und ihre Punktzahl den/die Gewinner/in. Die deutschsprachige Poetry-Slam-Szene gilt dabei als eine der größten der Welt.

In einem Interview nach seinem Auftritt erzählte uns Bas Böttcher, dass er  in der Schule noch nicht so viel von der deutschen Sprache gehalten hat, sondern eher Gefallen an der englischen fand. Dadurch begann er sich jedoch für Shakespeare zu interessieren und kam so zur Lyrik. Bis heute fasziniert ihn Shakespeare und auch Songtexte (engl. lyrics), beide waren ein wichtiger Teil auf dem Weg seiner Karriere. Durch seine Familie, die dreisprachig ist, bekommt er außerdem ein gutes Sprachgefühl. Zusätzlich inspirieren ihn Kinder bei der Wortfindung und er wird stark durch sie beeinflusst. Bei seinen Slams benutzt er öfter mehrdeutige Wörter, Alliterationen und gegensätzliche Wortkombinationen. Aufgrund seines einprägsamen Stils, erfüllte Bas Böttcher bereits Schreibaufträge, z. B. für die Agentur für Arbeit und viele mehr.

Das Lampenfieber ist für ihn heutzutage kein Problem mehr und er erzählte uns, dass man die Angst und Nervosität in etwas Positives umwandeln sollte.  Ein kleiner Tipp von Bas Böttcher: „Geht einfach zuerst auf die Bühne, dann entwickelt ihr gar nicht erst so viel Lampenfieber und dazu kommt, dass ihr euch nicht mit den vorherigen Ergebnissen vergleichen könnt.“

Bas Böttcher war ein sehr ausdrucksstarker Mann, der uns zeigte, dass Gedichte auch aktuelle Themen behandeln und es Spaß macht, sich immer wieder mit Sprache du deren Besonderheiten auseinanderszusetzen.

„Ich muss mal meinen Spickzettel aus der Tasche holen. Ich kann mir meine Texte merken, aber nicht welche Texte ich auswendig kann.“

Der anschließende Workshop bei Bas Böttcher begann mit Applaus. Vorher könne man nicht beginnen. „Das ist wie eine 1 in der Schule, obwohl man noch gar nichts getan hat.“ Die Teilnehmer entwickelten mit ihm zusammen ein Schaubild. Erklärt wurden seine Ausführungen anhand von Texten, die Bas auch während seines Auftrittes zum Besten gab.
Beendet wurde die Runde mit unserer eigenen Kreativität. Wir durften eigene Texte schreiben und vortragen.

Alles in allem, war es eine beeindruckende Aufführung, spannende Workshops und inspirierend für alle Zuhörer und Mitmacher. Oder wie Bas Böttcher sagen würde:

„Ich mach‘ jetzt mal `nen Schlussstrich.“

Bas‘ Auftritt wurde vom Literaturhaus Rostock und dem von der Robert-Bosch-Stiftung finanzierten Weltenschreiber-Projekt gefördert.