Aller guten Dinge sind drei

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Sehr fragwürdige und seltsame Redewendungen sind in unserem Sprachgebrauch keine Besonderheit. Doch wie entstehen diese Sprichwörter? Hier erscheinen wöchentlich Erklärungen zu den komischsten Phrasen. Es wird euch wie Schuppen von den Augen fallen!  

Drei Klausuren in den Hauptfächern. Alle von euch die mindestens siebte Klasse am Humboldt-Gymnasium sind, werden es kennen. Die ersten beiden waren ein Reinfall. Zwei mal eine fünf. (Wenn euch das bekannt vorkommt: ich bin sehr enttäuscht von euch!) Doch keine Sorge: aller guten Dinge sind drei. Damit will ich nicht sagen, dass die nächste Klausur euch auch eine fünf einbringt, sondern, dass der dritte Anlauf bestimmt besser wird. Doch woher kommt diese Redewendung mit der Zahl drei?

Auch hier liegt der Ursprung im Mittelalter (Warum ,,auch”? Schaut euch das Sprichwort der letzten Woche an: Tomaten auf den Augen). Wir befinden uns im Rechtswesen der alten Germanen, und ja, die haben sich nicht einfach tot geprügelt, es gab wirklich Gerichtsverfahren! Jedenfalls hieß es dort ,,Aller guten Thinge sind drei”, das ,,Thing” in dem Fall war die Gerichtsverhandlung. Diese Volks-, Heeres- und Gerichtsverhandlung fand drei Mal im Jahr statt. Die Angeklagten konnten sich also mehrmals dem Richter präsentieren. Tauchten sie bei der zweiten Verhandlung nicht auf, war ihre letzte Chance die dritte. Aller guten Dinge (oder auch Thinge) sind drei. Wurde diese dritte und letzte Gerichtsverhandlung verpasst, gewann automatisch der Kläger und der Angeklagte konnte trotz seiner Abwesenheit verurteilt werden. 

Die Erhaltung und Verbreitung des Sprichwortes wurde sicherlich dadurch begünstigt, dass die Zahl drei als eine magische gilt (laut Märchen, in dem diese Zahlen Glück oder Pech bringen können) und auch in der Symbolik, Religion, Bräuchen und Mythologie eine große Rolle spielt. 

Jetzt wo ihr die Herkunft kennt, taucht zu eurer dritten Klausur wenigstens auf. Ansonsten kriegt ihr das Urteil, ohne überhaupt anwesend zu sein….