Adventsgeschichte, Kapitel 3

Schwarze Weihnachten
geschrieben vom Wahlpflichtkurs „Weltenschreiber“
mit Illustrationen von Charotte

Robin

„Was zum“, ich wachte von einem lauten Rascheln neben mir auf. Widerwillig öffnete ich die Augen, als es auch nach ein paar Sekunden nicht aufhörte. Als ich mich aufrichtete, sah ich Aaron in irgendeiner Kiste etwas suchen. Mein Blick schweifte sofort zum Wecker. „Es ist acht Uhr morgens, was machst du da, wenn ich fragen darf?“ „Ich suche nach einem Stift, ich habe irgendwie meine Hausaufgaben vergessen.“, meinte Aaron der hektisch wirkte, was für ihn eher untypisch war. Eigentlich war ich derjenige, der meistens seine Hausaufgaben vergaß. „Heute ist doch Samstag, von welchen Hausaufgaben sprichst du?“, Aaron wirkte immer hektischer, was mich noch mehr wunderte. „Weißt du noch, das Referat von Donnerstag?“, er holte kurz Luft hielt inne und sah mich an. Na klar, jetzt fiel es mir ein, „Das hast du noch nicht abgegeben?“ Auf einmal ertönte ein Ton und ich griff zu meinem Handy. „Hast du schon in die Gruppe geschaut?“ Aaron ließ seine Sucherei und ich öffnete den Gruppen-Chat. „Nein aber ich schau mal nach.“

Chat:

Bea

Hey, hat heute vielleicht jemand Lust mit in die Stadt zu kommen?

Victor

Katy und ich können leider nicht, morgen könnte es aber klappen.

Marie

Klar. Ich habe auch schon eine Idee was wir machen.

Ich war schon im Begriff, etwas in den Chat zu tippen, als sich Aaron neben mich aufs Bett setzte. „Ich kann leider nicht“, nuschelte er mir gekränkt zu. Ich legte mich wieder hin und rief: „Und für mich ist es zu früh.“

„Jungs?“, rief es von unten. Allmählich wurde ich wacher und entschied, dass es einfacher sein würde nach unten zu gehen.

Nach dem Frühstück ging Aaron zu sich nach Hause und arbeitete an seinem Geschichtsreferat. Ich schrieb Bea, wann sie sich treffen wollte und machte mich dann auf den Weg.

„Hey!“ Bea und Marie standen schon da und warteten. „Nur drei Minuten, das ist ein Rekord“. Bea guckte auf ihre imaginäre Uhr. „Jaja, aber was hattest du geplant?“, ich drehte mich zu Marie um und diese deutete bloß in Richtung einer Straße. Aber was frage ich auch. Jedes Mal, wenn ich mit Marie hierherkam, gab es bloß eine Sache, die sie wirklich interessierte. Shoppen. Wie es mit Bea stand wusste ich zwar nicht, aber so wie sie Marie anblickte, war sie mehr als einverstanden damit. „Bevor ich es wieder vergesse“, sie packte uns beide und ging schon mal zur Mitte des Marktplatzes. „Ich muss unbedingt noch ein Geschenk für meine Tante kaufen. Nur weiß ich noch nicht genau was.“

„Vielleicht findest du auf dem Weihnachtsmarkt etwas?“, Marie deutete auf die bunten Stände vor uns. „Meinst du? Ich dachte eher an etwas anderes. Lass uns mal da lang. Aber erst hol ich mir einen kandierten Apfel“, rief ich den beiden zu, bevor ich zu einem Stand rannte. Darauf hatte ich ja schließlich ein ganzes Jahr gewartet.

Der Schnee rieselte auf unsere Köpfe, bis wir uns 20 Minuten später in einen Parfüm-Laden zwängten. Ich bekam mindestens 15-mal die Frage zu hören, ob „das gut riechen“ würde. Man wird es mir zwar nicht glauben, aber bis jetzt roch für mich alles nach Erdbeere.

Wir gingen an verschiedenen Läden vorbei, bis Marie uns antippte. „Mir hinterher“, sie lächelte uns an und ging ins Geschäft hinein.

Wir waren erst gerade fünf Minuten einmal hier und schon hatte ich einen Stapel Kleider in den Armen. „Probiert ihr das auch alles an?“, fragte ich die beiden. Meine Stimmung senkte sich ein wenig. Bea rannte zu mir und hielt ihr Handy in mein Gesicht, „meinst du das geht? Ich plane habe für morgen Plätzchenbacken geplant, dann können auch alle dabei sein“. Die Bilder, das sie mir zeigte, waren ein paar Rezepte oder Dekorationsideen. Ich konnte ihr gerade noch sagen, wie ich das fand, als Marie zu uns kam und uns zur Umkleide zerrte.

„Ich weiß nicht, ob wir heute noch fertig werden. Bei dem Berg, der sich hier stapelt“, ich blickte die Kabinentür an, als ich mit den beiden sprach. Mehr als einmal musste ich neue Sachen für sie holen und wegbringen. Marie trat aus der Kabine, „Wie findest du´s?“, sie hatte ein pinkes Kleid an was in ein weiß verlief. Sie streckte die Arme aus, ein Lächeln machte sich auf ihren Lippen breit, als sie mich sah. „Zwar ein wenig unpassend für das Wetter draußen, aber sonst ganz gut“. Apropos Wetter, wir hatten schon im November Schnee. Das hieß für uns Frieren in der Schule. Die Heizungen ließen sich nicht aufdrehen und, was noch schlimmer war, aus den Wasserhähnen floss nur eiskaltes Wasser. Unsere Methode zum Wärmen nennen wir liebevoll die „Pinguin Methode“ Wir stellten uns dicht aneinander und hofften ,dass wir dadurch etwas Wärme von den anderen abbekommen würden. Leider funktioniert das nicht immer. Vor allem nicht, wenn man die Temperatur eines um herlaufenden Eiszapfens hatte.

Als Bea und Marie ihre Einkäufe bezahlt hatten, traten wir unseren Rückweg an. „Irgendwie fühlt es sich noch nicht nach Dezember an“, raunte ich den beiden zu. Bea drehte sich zu mir um: „Da hast du Recht. Ich war erschrocken als ich den großen Weihnachtsbaum in der Zeitung gesehen habe“. Marie gähnte nur und fragte was Bea geplant habe für das Backen. „Du willst dir sicherlich nicht meine Crêpes entgehen lassen“, sie zwinkerte mich an und ich lachte. „Das will keiner, glaub mir.“

Wir fuhren mit dem Fahrrad zusammen nach Hause und Bea fragte noch, ob Aaron bis morgen sein Referat fertig haben würde. Mit Marie sprach ich noch über den neusten Goss, den Bea gekonnt belächelte. „Bis morgen Leute!“, schrie Bea uns zu als sie abbog. Marie und ich fuhren noch zusammen durch unseren Lieblingstunnel und ich brachte sie nach Hause.

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