Adventsgeschichte, Kapitel 2

Schwarze Weihnachten
geschrieben vom Wahlpflichtkurs „Weltenschreiber“
mit Illustrationen von Charlotte

Illustration von Charlotte

Aaron

Nachdem ich den Film gestartet hatte, hörte ich Robin noch etwas murmeln, doch ich ging nicht weiter darauf ein. Also setzte ich mich wieder zwischen ihn und Bea. Während des Films kuschelte Bea sich an mich und wir genossen den gar nicht mal so schlechten Film. Ich glaube, dass selbst Robin den Film nicht so schlecht fand, aber das würde er niemals zugeben.

Ich stand nur widerwillig auf und ließ Bea auf dem Sofa zurück. Marie, die dies mitbekam, fing an zu lachen und auch Bea lächelte wieder. Kat und Vic sahen mich an und ich zuckte nur mit den Schultern.

„Warum lacht ihr denn so?“, rief Robin und auch ich musste jetzt richtig lachen. Robin fing nur blöd an zu grinsen und Vic schüttelte den Kopf. Als ich mich wieder einkriegte, rief ich Robin zu, dass er allein nach Hause fahren musste, da ich Bea noch nach Hause bringen wollte. Robin erwiderte darauf nur ein leises: „Immer diese Pärchen.“ Darauf handelte er sich einen leichten Schlag von Kat ein, die nur meinte: „Lass, sie doch!“ Ich sah sie dankbar an und drückte sie zum Abschied. Bei Vic schlug ich ein und Marie bekam eine Umarmung, genau wie Robin.

Draußen an den Rädern fragte ich Bea, wie sie den Film fand. „Ganz gut. Und du?“, rief sie mir zu. „Also, ich fand ihn besser als gedacht und ich glaube, dass selbst Robin ihn ganz okay fand, aber sag ihm nicht, dass ich dir das gesagt habe“, sagte ich grinsend.

Als wir unsere Räder nebeneinanderher schoben, redeten wir über den morgigen Test in Geschichte. Ich tat mich immer schwer mit dem Lernen von uninteressanten Themen. Bea beruhigte mich, indem sie mir versprach, dass sie die Themen mit mir vor der Stunde nochmal durchgehen würde.

An ihrem Haus angekommen, stellte ich mein Rad ab und begleitete sie zur Tür. Als wir vor der Tür standen, zog ich sie in einen liebevollen Kuss, welchen sie erwiderte. Plötzlich wurde die Haustür aufgerissen. Ich löste mich erschrocken von Bea und sah in das Gesicht ihrer Schwester, die mich nur grinsend mit: „Hallo, Aaron“, begrüßte. Ich erwiderte nur ein verlegenes: „Hey, Bella“ Ich wollte schon gehen, als Bea mich noch einmal an sich zog und ein: „Wen interessiert schon, was sie davon hält!“ in den Kuss nuschelte.

Dann drehte ich mich aber wirklich um und fuhr nach Hause, um mir Geschichte nochmal anzuschauen.

Nächster Tag

Mein nerviger Wecker riss mich aus einem traumlosen Schlaf, der doch etwas länger hätte sein können, aber na ja. „Aaron! Steh auf!“, rief meine Mutter durchs Haus und ich war mir sicher, dass die halbe Hausreihe jetzt wusste, dass ich aufstehen musste. „Jaja!“, schrie ich nach unten.

Also stand ich auf und machte mich auf den Weg ins Bad, um meine Zähne zu putzen. Als ich mich so im Spiegel ansah, fiel mir auf, dass meine Sommersprossen nachgelassen hatten und meine Haare wieder in ein dunkles Braun wechselten.

Bevor ich dann schließlich runterging, zog ich mich noch an und schnappte meine Schultasche. Unten angekommen, sagte meine Mutter: „Du musst los, da Robin doch immer so trödelt und ihr sicher nicht zu spät kommen wollt, oder?“

So stand ich nun draußen in der Kälte und wartete auf Robin, der mal wieder auf sich warten ließ. Nach gefühlten Stunden kam er aus dem Haus gekrochen und wir fuhren zur Schule.

Schon vom weitem sah ich Kat und Vic an unserem Treffpunkt stehen. Nachdem wir unsere Räder angeschlossen hatten, gingen wir zu ihnen. Bea und Marie standen inzwischen auch schon da. Vic begrüßte ich mit unserem Handschlag, Marie und Kat bekamen eine Umarmung und Bea schnappte sich einen Kuss von mir.

Als ich im Klassenraum ankam, setzte ich mich auf meinen Platz am Fenster. Es dauerte nicht lange, bis Robin sich neben Marie auf den Stuhl vor mir schmiss, sich umdrehte und uns mit schlechten Witzen, ablenkte. Als Frau Meininger schließlich in die Klasse kam, drehte er sich nach vorn und verstummte. In der Stunde passierte nicht viel, da wir nur die Hausaufgaben verglichen und das momentane Thema übten. Als wir endlich in die Pause konnten, schnappte ich mir meinen Geschichtshefter, da Bea mir versprochen hatte, das Thema noch einmal mit mir durchzugehen, bevor ich den Test ganz verkacken würde. Also bestand die Pause aus Lernen. Obwohl ich dadurch ein etwas besseres Gefühl hatte, wurde ich nervös, als das Blatt vor mir lag. Doch als ich die erste Frage las und sogar die Antwort wusste, beruhigte ich mich wieder. Nach dem Abgeben, drehte sich Marie um und fragte: „Und wie war der Test?“ Ich war immer noch in Gedanken, sodass ich sie nur fragend ansah. „Ich habe dich gefragt, wie der Test war“, wiederholte sie ihre Frage. „Ich fand ihn …“, „Also ich fand in gut!“, rief Robin dazwischen und handelte sich so von Marie einen Stoß in die Seite ein. Inzwischen antwortete ich endlich auf ihre Frage: „Er war ganz okay.“. Marie sah mich zufrieden an und fing ebenfalls an ihre Sachen einzupacken.

Als ich draußen ankam, kamen die anderen schon auf mich zu. Bea fragte: „Steht unser Kinobesuch heute Abend noch?“, und ich schlug vor: „Wenn du mich nach meinem Tennistraining abholst, könnten wir vorher noch etwas essen gehen. Also nur, wenn du willst!“. „Na klar, also ich hole dich dann beim Training ab“, rief sie, erfreut über meinen Vorschlag.

Zu Hause angekommen, schnappte ich mir nur noch schnell meine Tennissachen und machte mich dann sofort auf den Weg zum Training. Als ich mich auf mein Rad schwingen wollte, sah ich Robin eintrudeln und nickte diesem noch kurz zu. Dann fuhr ich aber wirklich los, weil ich schon etwas spät dran war.

Das Training bestand wie immer, aus Aufwärmen, Einspielen und zum Abschluss aus einem kleinen Match.

Als ich umgezogen aus der Umkleide kam, sah ich Bea schon am Zaun warten. Nachdem sie mich gesehen hatte, kam sie auf mich zu und ich küsste sie. „Wir müssen noch einmal zu mir!“, sagte ich, als wir bei den Rädern ankamen. Ich musste unbedingt unter die Dusche. Sie erwiderte ein einfaches: „Okay“.

Zu Hause angekommen, begrüßte uns Robin, der heute mit Tony, meinem Labrador, hinaus wollte. Ich begrüßte die beiden ebenfalls und machte mich auf zur Dusche. Als ich hochging, hörte ich meine Mutter, wie sie zu Bea sagte:

„Hey, du kannst in seinem Zimmer auf ihn warten, oder willst du lieber ein Stück Kuchen?“, mehr bekam ich nicht mit, da ich sie ja schließlich nicht so lange warten lassen wollte.

Frisch geduscht und angezogen, betrat ich die Küche und sagte: „Hi, ähm wir könnten los. Ich würde sagen, wir gehen zu Fuß, ist ja nicht weit.“

Auf dem Weg zum kleinen Bistro, das ich für das Essen ausgesucht hatte, fragte sie: „Und wie lief der Test nun?“.

„Ganz gut, denke ich. Danke fürs Helfen nochmal“, sagte ich und küsste sie auf die Wange. „Was hast du heute im Unterricht gemacht?“, fragte ich sie zurück und sie fing an, sich über ihren einen Lehrer aufzuregen. Später fragte ich sie: „Welchen Film willst du eigentlich sehen?“. Sie antwortete grinsend: „Hast du etwa nicht gehört, dass mein Lieblingsfilm erneut im Kino ist?“. „Meinst du ‚Liebe braucht keine Ferien‘?“, fragte ich und ihre Augen fingen an zu leuchten, weil sie sich scheinbar freute, dass ich mich noch an den Film erinnern konnte.

Am Bistro angekommen, setzten wir uns an unseren Stammtisch und bestellten uns eine große Pizza. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zum Kino.

Das Foyer war ziemlich leer, sodass wir recht schnell die Karten und das Popcorn hatten. Als der Film anfing, legte ich meinen Kopf auf ihre Schulter und wir genossen ihn bis zur letzten Minute. Draußen hat es inzwischen zu schneien angefangen und es dauerte nicht lange, bis ich die erste Ladung Schnee im Nacken hatte und das konnte ich keinesfalls auf mir sitzen lassen. Also warf ich einen Schneeball zurück und traf sie sogar. Nach unserer kleinen Schneeballschlacht brachte ich Bea noch nach Hause.

Vor ihrem Haus angekommen, küsste ich sie und wir umarmten uns zum Abschied. Als sie an der Tür ankam, winkte sie mir noch einmal zu und ich ging nach Hause.

Auf dem Weg bekam ich eine Nachricht von Robin:

Robin

Willst du noch zum Zocken vorbeikommen?“

Ich

Okay, ich komme dann gleich vorbei.“

Nachdem ich ihm geantwortet hatte, ging ich kurz zu mir, um meinen Eltern Bescheid zu sagen.

Als ich bei Robin klingelte, öffnete er mir die Tür und zog mich hinter sich her, in sein Zimmer. „Und wie war dein Date?“ „Super, und es hat geschneit, falls du es noch nicht gesehen hast!“, antwortete ich auf seine Frage.

Es war weit nach 23 Uhr, als ich mich auf den Weg nach Hause machen wollte, aber Robin schlug vor: „Lass uns noch eine Runde spielen und du pennst dann einfach hier, okay?“ Ich grinste, schlug bei ihm ein und sagte: „Geht klar, ich schreibe nur kurz meiner Mutter.“ Nach der letzten Runde gingen wir nochmal raus, da es wieder angefangen hatte zu schneien und wir uns eine nächtliche Schneeballschlacht nicht entgehen lassen wollten.

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