Abitur: fertig → Zukunft

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Illustration: Hannah Krüger

Abschlusszeugnis in der Hand und jetzt? Wo soll es hingehen und was wird jetzt überhaupt gemacht?

Ich weiß, das ist echt schwierig auf die Schnelle zu beantworten, doch trotzdem muss sich das jeder von uns gut überlegen. Ich denke wir müssen uns erst einmal all unsere Möglichkeiten bewusst machen, die wir haben. Was kann ich alles machen und wie soll es schließlich weiter gehen? Natürlich steht uns einiges zur Auswahl was wir nach dem Abitur oder auch nach dem Abschluss der Realschule machen können. Doch zuerst stellen wir uns die Frage, ob wir hierbleiben wollen oder die Welt mit all ihren Sprachen und Kulturen sehen wollen.

Klar, ist die Wahl eines Studiums oder einer Ausbildung uns selbst überlassen, doch es ist nicht jedermanns Sache nach so einer langen Zeit direkt wieder weiter zu lernen und zur Universität oder in die Lehre zu gehen. Außerdem gibt es eine breite Vielfalt an verschieden Studiengänge und Lehren, wovon man sich für eine entscheiden muss. Geh mit der Einstellung, dass dir deine Zukunft Spaß machen soll auf die Suche. Ziehe Möglichkeiten in Betracht, von denen du weißt, dass du die Fähigkeiten dafür besitzt.  Wenn du jedoch noch nicht so weit bist und auch noch gar keinen Ansatz hast, in welche Richtung deine Zukunft gehen soll, ist ein Praktikum eine sehr empfehlenswerte Idee. Dort sammelst du Eindrücke eines Berufes und kannst danach entscheiden ob dir diese Art zu arbeiten gefällt oder ob du noch eine Weile weitersuchen willst.

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) sind genau so eine Überlegung wert. Beim FSJ würdest du in einer gemeinwohlorientierten Einrichtung (Kindertagesstätten, Sportvereine und so weiter) arbeiten und ein Taschengeld bekommen. Schließlich machst du es freiwillig und sorgst dich um das Zusammenleben der Gemeinschaft. Auf diese Weise lernst du einen Beruf praktisch kennen und merkst, ähnlich wie bei einem Praktikum, wo deine Stärken liegen. Das FSJ geht in der Regel sechs bis 18 Monate, unter Umständen auch abweichend und du müsstest fünf Tage die Woche für acht Stunden arbeiten. So bekommst du gemeinsam mit den anderen in deinem Kurs einen Einblick in die Arbeitswelt.  Das Freiwillige Ökologische Jahr hat sehr viele Gemeinsamkeiten zum FSJ, doch geht es hier um die Umwelt und die Natur.

Geht es Auswärts gibt es zum Beispiel die Möglichkeit als sogenanntes Au Pair. Für Jungen gibt es auch die Bezeichnung „Bro Pair“, jedoch ist der Begriff Au Pair wesentlich öfter anzutreffen. Als ein Au Pair lebst du in einem Land deiner Wahl, sofern diese Au Pairs aufnimmt, was jedoch in der Regel der Fall ist. Zuerst suchst du dir eine für dich geeignete Organisation aus (z.B. AIFS, Stepin, AbroadConnection). Dann entscheidest du per Videochat, welche Familie zu dir passt. Hierbei ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Familien dich aussuchen und nicht umgekehrt. Doch sollte der Fall eintreten, dass mehrere Familien dich anfragen, kannst du entscheiden zu welcher du gehen magst. Aber vergiss nicht: natürlich kommen auch einige Kosten auf dich zu, jedoch in einem Maße was sicher jeder stemmen können sollte. Falls es Schwierigkeiten geben sollte, wir oftmals Unterstützung angeboten. Bitte informiere dich im Vorhinein gründlich darüber, falls es dazu kommen sollte.

Dein Alltag besteht daraus auf die Kinder der Familie aufzupassen und dich um sie zu kümmern. In der Regel arbeitest du fünf Tage die Woche, jedoch ist es auch mal möglich, dass die Familie deine Hilfe das Wochenende über benötigt. Falls der Fall eintreten sollte, wird deine Gastfamilie das rechtzeitig mit dir besprechen. Dann hast du Zeit, dich mit Menschen aus deiner Umgebung zu treffen und mit ihnen gemeinsam etwas zu unternehmen. Die Zeiten zum Ausgehen sind für gewöhnlich mit der Familie abgestimmt und begrenzt, dennoch besteht die Möglichkeit, nach Absprache mit deinen Gasteltern, auch mal abends auszugehen. Indem du ihnen ein klein wenig im Haushalt hilfst und auf die Kinder aufpasst  und somit ein deinen Gasteltern ein bisschen Arbeit abnimmst, verdienst du dein Geld.  Üblicherweise arbeitet man ein Jahr als Au Pair in einem Land, doch wenn du magst, spricht nichts dagegen dieses einfach für ein zweites Jahr zu verlängern.  Natürlich kannst du in der Zeit, sofern abgesprochen, in deine Heimat zurückreisen und Verwandte und Freunde besuchen. Als Au Pair hast du die Möglichkeit viele neue Erfahrungen zu sammeln und gemeinsam mit neuen Menschen zu leben. Jedoch solltest du die erforderlichen Sprachkenntnisse  besitzen und dich gut verständigen können. Erfahrungen im Bereich Babysitten sollten auch dabei sein sowie natürlich Lust und Laune neues zu entdecken.

Ebenso kannst du Sprachkurse wählen und eine dazu passende Sprachreise buchen. So lernst du die Sprache und Orte der Welt hautnah kennen und sammelst verschiedenste Eindrücke.

Work & Travel ist eine viel gewählte Variante vieler Absolventen. In ein Land reisen, dort arbeiten und auch zu wohnen  klingt für viele verlockend. Mit Freunden oder neuen Bekannten losziehen und dann heißt es, ein unvergessliches Abenteuer zu erleben. Worauf wartest du noch?

Ich hoffe sehr, dass dir dieser Artikel ein wenig Anregung verschafft hat und du dir nun einen Plan für deine Zukunft machen kannst. Denk in Ruhe über genannte Varianten nach und beließ dich genauer für die Bereiche, die dich ansprechen. Ein Ziel vor Augen zu haben und zu wissen wofür man lernt, hilft und motiviert unglaublich.  Also los geht’s. Die Welt steht dir offen. Wofür entscheidest du dich zuerst?