Ritterlich durch Halle und Umgebung: „Eine Klassenfahrt im mittelalterlichen Stil“

Acht Uhr morgens. Die Sonne erhebt sich gerade erst über den Horizont, als sich auf dem Parkplatz vor dem Penny zwei Klassen zusammenfinden. Die 10A und die 10R wollen sich auf ihre atemberaubende Reise nach Halle an der Saale begeben.

Nach ca. drei Stunden erreichten wir das gigantische Schiffshebewerk Niederfinow. Hier konnten wir mit Staunen beobachten, wie ein Touristenschiff vom unteren Ende zum oberen Ende des Oder-Havel-Kanals gehoben wurde.

Nach dem einstündigen Stopp sind wir nach Halle weitergefahren. Vor Ort haben wir unsere Zimmer für die nächsten 3 Nächte bekommen. Ich musste mir ein Dreierzimmer und ein Bad mit zwei anderen Leuten teilen. Auch wenn der Zeitplan morgens darunter leiden musste, war es eine willkommene Gesellschaft. Nach dem Beziehen der Zimmer, gegen 20 Uhr, haben wir gegessen – es gab Käsespätzle. Wer wollte, oder wem diese Speise nicht mundete, konnte sich auch an der kleinen, aber feinen Essenstheke einen Salat oder ein Brot zubereiten. Abends haben wir noch eine Besprechung der folgenden Tage abgehalten, um zu klären, wie wir die Zeit in Sachsen-Anhalt verbringen würden. Am Ende stand fest: Wir besuchen Museen, ein Denkmal und eine Vorstellung der Blue Man Group. Am nächsten Morgen um 7:00 Uhr schallte der Wecker durch unser Zimmer. Wir schreckten hoch, bevor wir bemerkten, dass wir uns gar nicht in unseren bequemen Betten zuhause, sondern in den harten Betten mit viel zu weichen Kissen der Jugendherberge befanden. Gegen 7:30 Uhr begaben wir uns zum Frühstücksbuffet, es gab die üblichen Frühstücksspeisen: Brot, Marmelade, Käse und so weiter, aber auch etwas Warmes. Jenen Dienstag gab es Pancakes mit jeglichen Soßen. Am Tag darauf konnte man kleine Bouletten essen und am Donnerstag gab es Rührei, um sich mit einem warmen Mahl den Magen zu füllen. Einige Zeit nach dem Frühstück stiegen wir wieder in den Bus, um die Burg Giebichenstein zu besuchen. Dort gab es einen Turm der sogar den Abriss der Burg überstanden hatte – was ein stabiler Turm!

Wir bekamen von einem netten Burgführer und einer freundlichen Burgführerin eine bewundernswerte Führung durch die triste Burgruine. Dort erfuhren wir unter anderem, dass es eine Legende über einen Mann gab, welcher mithilfe von ein Paar Fellen von der Burg bis in die Saale geglitten sein soll. Von der kaputten Burg sind wir weiter zur Hallorenkugeln-Fabrik gefahren. Dort wurden zwei Gruppen eingeteilt. Die eine konnte ihre eigenen Pralinen kreieren, während die andere Gruppe auf ihrer anregenden und interaktiven Tour unter anderem mehr über das größte, rein aus Schokolade gemachte Zimmer der Welt herausfinden konnte. Danach wurde selbstverständlich gewechselt. Zu guter Letzt haben wir noch das Beatles Museum in Halle besucht. Vor Ort mussten wir einen Fragebogen während unseres Ausstellungsbesuchs ausfüllen und wer die meisten Fragen richtig hatte, konnte einen tollen Preis, wie einen Krug oder einen Tintenroller gewinnen. Auch wenn ich ein Beatles Museum im Zentrum von Halle an der Saale etwas zufällig finde, war es so gut gestaltet, dass man annehmen konnte, dass das Museum tatsächlich aus der Zeit der Beatles war. Insgesamt ein lehrreicher Tag. Am Abend gab es wieder ein warmes Abendbrot. An jenem Tag war es eine „Currywurst“ – auch wenn ich sagen muss, dass sich eine Bratwurst mit Tomatensoße nicht eine Currywurst schimpfen sollte.

Am nächsten Morgen wieder das übliche Aufschrecken und Frühstücken. Danach ging es weiter nach Leipzig, eine graue Stadt meiner Meinung nach. Auch die „interessante“ Stadtrundfahrt konnte meine Einstellung nicht ändern, da es hauptsächlich um gute Wohnräume ging. Am Ende der Fahrt landeten wir am Völkerschlachtdenkmal, wo wir in Dreiergruppen das Gelände erkunden durften. Meine Gruppe kletterte die 364 Stufen bis auf die Spitze. Von dort aus konnte man das gesamte Hinterland Leipzigs überschauen.

Am Ende dieser Erkundung wurden wir in die Innenstadt kutschiert, wo wir 90 Minuten verweilen durften. Mal wieder sollten wir uns aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen in mindestens Dreiergruppen befinden. Mein Pulk ging auf ein edles Festmahl ins „VAPIANO“, ein italienisches Restaurant. Ich ließ mir meine Pasta munden, während meine Gefährten sich über ihre Teigscheiben hermachten. Am Ende dieses vorzüglichen Tages begaben wir uns auf den Weg zurück nach Halle, wo wir nach einem wohlbekommenden Abendbrot noch ein Fest im Sportkeller veranstalten. Leider war nach ca. 20 Minuten kaum noch jemand vor Ort, da sich der Großteil nach draußen begeben hatte um dort etwas entspannter den Tag ausklingen zu lassen.

Am letzten Tag mussten wir bereits früh aufstehen, da wir uns auf den langen Weg in die Hauptstadt machten. Dort besuchten wir zuerst, aufgeteilt in drei separate Führungen, das Humboldtforum, ein Museum für alle Bereiche. Wir schauten uns in unserer Führung besonders den sozialen Teil an, welcher aus einem interaktiven Fischschwarmmodell und einer Ausstellung mit einer Menge hängender Boxen mit interessantem Inhalt bestand. Im Anschluss an diese beeindruckenden Führungen erlangten wir etwas Bewegungsfreiheit welche wir, ihr wisst es schon, in Dreiergruppen verbringen sollten. Meine Gemeinschaft begab sich zu aller erst zum Potsdamer Platz wo wir das Ritz Carlton, ein Hotel von welchem der eine oder andere schon einmal gehört haben könnte, vorfanden.

Nach einem weiteren Spaziergang landeten wir im Futorium, einer Ausstellung in welcher man seine eigene Zukunft erstellen konnte. Mit unserer Zukunft in der Tasche begaben wir uns zum Treffpunkt, an welchem sich die zwei Klassen sammelten, um eine Show der Blue Man Group zu genießen. Diese Veranstaltung bat ein vorzügliches Abendprogramm und konnte mit ihrer Mischung aus Unterhaltung und Musik überzeugen. Spät am Abend, nachdem die Show bereits in der Vergangenheit lag, befanden wir uns wieder auf dem Weg nach Hause. Auf dem Pennyparkplatz angekommen, wurden wir von unseren Eltern in Empfang genommen, um die Nacht noch etwas Schlaf zu erhaschen. Aber da wir den Freitag eh frei hatten, war dies gar nicht so schwierig.

Allgemein empfand ich diese Reise als ein äußerst angenehmes Erlebnis. Wir haben einigen lehrreichen und unterhaltsamen Ereignissen beiwohnen dürfen und damit unsere Welt- und Sozialkenntnisse erweitern können. Zusätzlich half es dabei, den Bund zwischen den Klassen und unter uns Schülern zu stärken. Ein weiterer, nicht zu ignorierender, Aspekt dieser Expedition war die Möglichkeit der Fortbildung kognitiver Fähigkeiten.

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